Schmerzen sind normal und haben eine wichtige Schutzfunktion für unseren Organismus.
Der akute Schmerz hat eine Ursache, z.B. Entzündung, Unfall, und ist daher leicht zu behandeln.
Aber was ist mit den chronischen Schmerzen?
Chronische Schmerzen
In Deutschland leben 5-8 Mio. Menschen, die unter chronischen Schmerzen
leiden.
Chronischer Schmerz bedeutet, daß ein Patient länger als 6 Monate
lang dauernd oder wiederkehrend unter Schmerzen leidet.
Bei chronischen Schmerzen werden anhaltend Schmerzsignale übermittelt.
Das
stresst das Nervensystem und meldet dem Gehirn Schmerzen, obwohl die Ursache des
Schmerzes häufig nicht mehr besteht.
Es kann eine eigenständige
Schmerzkrankheit entstehen.
Schmerzentstehung
Der Körper nimmt Schmerzreize über sog. Schmerzrezeptoren wahr,
die dann die Schmerzsignale über die Nerven bis zum Rückenmark und von dort
weiter zum Gehirn leiten.
Hier wird der Schmerz wahrgenommen und
verarbeitet.
Jeder Mensch hat ein eigenes Schmerzempfinden.
Die körpereigene Substanz ENDORPHIN hat die Funktion, Schmerzen
zu reduzieren.
Bei lang anhaltenden Schmerzen produziert der Körper nicht
genug ENDORPHIN, um den Schmerz ausreichend zu lindern.
Therapie chronischer Schmerzen
Medikamentöse Schmerztherapie
Es gibt viele verschiedene Medikamente gegen Schmerzen.
Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterteilt diese in 3 Stufen:
1.Stufe: nicht opioidhaltige Analgetika, z.B. Aspirin, Novalgin
2.Stufe: einfach verschreibungspflichtige Opioide, z.B. Valoron
3.Stufe: spezial verschreibungspflichtige Opioide (BTM Rezept), z.B. Temgesic
Die Einnahmedauer dieser Medikamente sollte immer mit dem jeweiligen Schmerztherapeuten besprochen werden und kontrolliert werden.
Da in Deutschland viele Schmerzmedikamente rezeptfrei
erhältlich sind, greifen viele Patienten zur
“Selbstmedikation”.
Bei
vielen Schmerzpatienten kommt es zu einem Medikamentenmissbrauch, der schnell
zur Sucht
führen kann.
Dann hilft nur noch ein
Medikamentenentzug.
Manche Patienten erleiden durch den Medikamentenmißbrauch
schwere Nierenschäden (Dialyse).
Nicht-medikamentöse Therapie:
1. Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
Dabei werden sensible Nervenfasern erregt, die im Bereich
des Rückenmarks die Schmerzweiter-
leitung unterdrücken.
Dabei werden
dem Patienten Elektroden auf der Haut befestigt. Es kommt zu einer elektrischen
Stimulation im schmerzhaften Gebiet, die zu einer nicht schmerzhaften
Vibration führt.
2. Akupunktur
oft bei Migräne und Kopfschmerzpatienten
3. Physiotherapie
z. B. Krankengymnastik, Bewegungstherapie,
Rückenschule, Elektrotherapie, Rückenschule,
Massage etc.
4. Entspannungstherapie
z.B. Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen
(PMR), Autogenes Training, Meditation,
Yoga etc.
5. Psychotherapie
Bei chronischen Schmerzen sind psychologische
Behandlungsverfahren sehr wichtig.
Oft leiden diese Schmerzpatienten auch
unter Depressionen, die auf jeden Fall behandelt werden
müssen.
Ambulante Schmerztherapie
Die Adresse eines niedergelassenen Schmerztherapeuten erfährt
man bei seiner Krankenkasse oder
im Internet. Auch die Hausärzte können
einem weiterhelfen (diese müssen auch die Überweisung
ausstellen)
Stationäre Schmerztherapie
Kommen die Patienten mit einer ambulanten Schmerztherapie nicht
mehr weiter (oft haben diese Patienten schon zig Arztbesuche hinter sich, ohne
daß es ihnen besser geht), kann das zu einer stationären Schmerztherapie
führen.
Dafür gibt es spezielle Schmerzkliniken und Zentren.
Dort finden
multidisziplinäre Behandlungen statt, d.h. ein ganzes Team kümmert sich um den
Patienten.
So ein Team besteht aus Schmerztherapeuten, Physiotherapeuten,
Ergotherapeuten, Psychologen, die
eng zusammen arbeiten.
Selbsthilfegruppen
Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden, sollten auch
zusätzlich eine Selbsthilfegruppe aufsuchen.
Dort ist man unter
“Gleichgesinnten” und man kann einige interessante Informationen
erfahren.
Bei der Geschäftsstelle der Deutschen Schmerzliga e.V. kann
man Adressen von wohnortnahen Selbsthilfegruppen erfahren..
Adressen und Informationen
Deutsche Gesellschaft zum Studium des
Schmerzes
Köln
E-mail:
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Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für
Schmerztherapie
Kiel
E-mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Deutsche Schmerzliga e.V.
Oberursel
E-mail: www.dsl-ev.de
Schmerztherapeutisches Kolloquium
Oberursel
E-mail:
www.stk-ev.de
Deutsche Migräne-und
Kopfschmerzgesellschaft
Neurologische Klinik
Universität
Regensburg
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